Rohrnetzkalkulation für Wärmepumpen: Praxisanleitung SHK
Rohrnetzberechnung für Wärmepumpenanlagen: Dimensionierungsregeln, Druckverlustberechnung und Pumpenauswahl für SHK-Profis.
Von Redaktion Pumpenprofi24 · Redaktion · veröffentlicht am 3. November 2025
Grundlagen der Rohrnetzkalkulation
Die korrekte Dimensionierung des Rohrnetzes ist entscheidend für die Effizienz einer Wärmepumpenanlage. Zu enge Rohre erhöhen den Druckverlust und erfordern eine stärkere Umwälzpumpe; zu weite Rohre sind unwirtschaftlich und erhöhen das Anlagenvolumen. Ziel ist ein optimaler Kompromiss nach DIN EN 806 und VDI 2035.
Auslegungsgrundlagen
Bei der Rohrnetzkalkulation für Wärmepumpen gelten folgende Richtwerte:
- Fließgeschwindigkeit im Hauptstrang: 0,5–0,7 m/s (max. 1,0 m/s)
- Fließgeschwindigkeit in Steigesträngen: 0,3–0,5 m/s
- Druckgefälle im Hauptstrang: ca. 100–150 Pa/m
- Mindest-Δ T: 5 K (WP), empfohlen 7–10 K für bessere COP
Schrittweise Dimensionierung
1. Ermittlung der Volumenströme:
Aus der Heizlastberechnung werden die erforderlichen Volumenströme je Heizkreis ermittelt (V̇ = Q / (ρ × c × ΔT)).
2. Rohrdurchmesser wählen:
Aus dem Volumenstrom und der maximal zulässigen Fließgeschwindigkeit wird der Innendurchmesser berechnet:
d = √(4 × V̇ / (π × v))
Danach Normrohr nächst größerer Dimension auswählen (z. B. Cu 22x1, 28x1, PE-X 20x2).
3. Druckverlustberechnung:
Der spezifische Druckverlust R [Pa/m] ergibt sich aus dem Druckverlustdiagramm des Rohrherstellers oder aus der Formel nach DIN EN 806. Zum Leitungsdruckverlust kommen Einzelwiderstände (Bögen, T-Stücke, Ventile) addiert als Ζ-Werte hinzu.
Besonderheiten bei Wärmepumpen
Bei Wärmepumpen sind niedrige Systemtemperaturen (35–55°C) die Regel. Dies hat Auswirkungen auf die Rohrnetzkalkulation:
- Niedrige ΔT bedeuten höhere Volumenströme bei gleicher Leistung
- Pufferspeicher und Verteilerbaugruppen müssen für die höheren Volumenströme dimensioniert werden
- Sorgfältige Entlüftungsplanung ist besonders wichtig (niedrigviskoses Wasser neigt zu Gasabscheidung)
Materialwahl und Normen
Für Wärmepumpen-Rohrnetze geeignete Materialien:
- Kupfer (DIN EN 1057): bewährt, gut lötbar, teurer
- Verbundrohr (z. B. Rehau RAUTHERM): diffusionsdicht, flexibel, günstig
- Edelstahlrohr (z. B. Geberit Mapress): hohe Korrosionsbeständigkeit
- PE-X / PE-RT für Fußbodenheizungen
Dokumentation und Prüfung
Nach Fertigstellung des Rohrnetzes sind Druckproben nach DIN EN 806-4 durchzuführen. Die Prüfprotokolle sind für die Bauabnahme und die BAFA-Dokumentation erforderlich. Bei Schäden aus fehlerhafter Dimensionierung kann der Installateur haftbar gemacht werden.