Hydraulischer Abgleich Methode B (ZVSHK): Leitfaden für Profis
Hydraulischer Abgleich Methode B nach ZVSHK-Verfahren: Schritt-für-Schritt-Anleitung für SHK-Profis mit Wärmepumpen.
Von Redaktion Pumpenprofi24 · Redaktion · veröffentlicht am 1. November 2025
Hydraulischer Abgleich als BEG-Pflichtanforderung
Der hydraulische Abgleich ist seit der BEG-Förderung Pflichtbestandteil jeder Heizungssanierung mit Wärmepumpe. Ohne nachgewiesenen hydraulischen Abgleich entfällt die Förderung. Die ZVSHK und die Bundesregierung empfehlen Methode B als praxistaugliches Standardverfahren.
Unterschied Methode A und Methode B
Methode A (vereinfacht) basiert auf überschlägigen Berechnungen anhand von Heizkörper-Nennleistungen und Normvolumenströmen. Methode B (detailliert) berücksichtigt die tatsächliche Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 und ermittelt raumweise die erforderlichen Volumenströme. Für Wärmepumpenanlagen ist Methode B empfehlenswert, da sie genauere Ergebnisse liefert.
Schritt-für-Schritt-Anleitung Methode B
Schritt 1: Raumweise Heizlastberechnung
Für jeden beheizten Raum wird die Heizlast nach DIN EN 12831 berechnet oder aus vorhandenen Unterlagen übernommen.
Schritt 2: Ermittlung des Normvolumenstroms
Aus der Raumheizlast und der gewünschten Systemtemperatur (Vorlauf/Rücklauf) wird der Normvolumenstrom je Heizkörper berechnet:
V̇ = Q / (ρ × c × ΔT)
mit Q = Heizlast [W], ρ = 1.000 kg/m³, c = 4.182 J/(kg·K), ΔT = Temperaturdifferenz [K]
Schritt 3: Druckverlustermittlung
Für jeden Heizkreis wird der Druckverlust berechnet (Rohrreibung + Einzelwiderstände). Das hydraulisch ungünstigste Heizregister bestimmt den Referenzstrangdruck.
Schritt 4: Einstellung der Voreinstellung-Ventile
Basierend auf den berechneten Volumenströmen werden die Voreinstellungen an thermostatischen Heizkörperventilen oder Fußbodenheizungsverteiler eingestellt.
Software für Methode B
- ZVSHK-Abgleichsoftware (kostenlos für Mitglieder)
- Solar-Computer SOLAR-5 Hydraulik-Modul
- Danfoss Link / Honeywell Abgleichtools
- Herstellertools (Viessmann, Vaillant, Buderus)
Dokumentation und Nachweis
Nach Durchführung des hydraulischen Abgleichs müssen folgende Dokumente erstellt werden:
- Hydraulisches Schema mit eingetragenen Volumenströmen
- Tabelle der eingestellten Voreinstellwerte je Heizkörper
- Unterschriebenes Abgleichprotokoll (Vorlage des ZVSHK nutzen)
Diese Dokumente sind dem BAFA auf Verlangen vorzulegen und mindestens zehn Jahre aufzubewahren.
Typische Fehler beim hydraulischen Abgleich
- Verwendung von Methode A, obwohl Methode B gefordert ist
- Fehlende Berücksichtigung von Fußbodenheizkreisen
- Nicht korrekte Einstellung bei Systemen mit Mischventilen
- Vergessen, den Abgleich nach Änderungen am Heizsystem zu wiederholen