Brauchwasserspeicher-Auslegung bei WP-Kombinationen
Brauchwasserspeicher korrekt auslegen bei Wärmepumpenанlagen: Volumen, Temperaturen, Legionellenschutz und Einbindungsvarianten.
Von Redaktion Pumpenprofi24 · Redaktion · veröffentlicht am 7. November 2025
Besonderheiten der Warmwasserbereitung mit Wärmepumpen
Wärmepumpen arbeiten besonders effizient bei niedrigen Systemtemperaturen. Die Warmwasserbereitung stellt dabei eine Herausforderung dar: Aus Hygienegründen muss der Speicher regelmäßig auf mindestens 60°C aufgeheizt werden (Legionellenschutz). Dies widerspricht dem Effizienzoptimum der Wärmepumpe und erfordert eine durchdachte Anlagenkonzeption.
Auslegungsgrundlagen für den Brauchwasserspeicher
Das erforderliche Speichervolumen richtet sich nach dem Tages-Warmwasserbedarf der Nutzer:
- Pro Person: 40–60 Liter/Tag bei 45°C Zapftemperatur
- Reservefaktor für Spitzenbedarf: × 1,5 bis 2,0
- Mindestvolumen für 4-Personen-Haushalt: 200–300 Liter
Temperaturanforderungen und COP-Einfluss
Jedes Kelvin mehr Warmwassertemperatur senkt den COP der Wärmepumpe. Der Zusammenhang ist erheblich:
- WW-Temperatur 50°C: COP ca. 3,2 (Luft-Wasser-WP, A10)
- WW-Temperatur 60°C: COP ca. 2,3 (–28% Effizienz)
- WW-Temperatur 65°C: COP ca. 1,8 (Grenzbetrieb)
Empfehlung: Normalbetrieb bei 50–55°C, thermische Desinfektion auf 60°C automatisiert einmal pro Woche.
Einbindungsvarianten
- Kombispeicher: Heizpuffer und Warmwasser in einem Speicher (günstig, weniger Effizienz)
- Getrennter Warmwasserspeicher: Separat geladen, bessere Regelbarkeit, höherer Platzbedarf
- Frischwasserstation: Kein stehendes Warmwasser, hygienisch optimal, aber teurer
- Warmwasser-Wärmepumpe (Monoblock): Eigenständige WW-Wärmepumpe (z. B. Stiebel Eltron WWK)
Legionellenschutz nach DVGW W 551
Die DVGW-Arbeitsblatt W 551 regelt den Legionellenschutz in Warmwassersystemen. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es Erleichterungen, für Mehrfamilienhäuser und gewerbliche Objekte gelten strengere Anforderungen. Wärmepumpen mit automatisierter thermischer Desinfektion (mindestens 60°C einmal wöchentlich) erfüllen die Anforderungen, wenn korrekt konfiguriert.
SG Ready und Warmwasser
Moderne Wärmepumpen mit SG-Ready-Schnittstelle können die Warmwasserbereitung zeitlich in günstige Stromtarif-Zeitfenster (Niedertarif, PV-Überschuss) verschieben. Die korrekte Konfiguration der SG-Ready-Funktion für die Warmwasserbereitung ist ein wichtiger Schulungsinhalt bei Herstellerschulungen.